Oldtimer

Die Restaurierung unseres "Alten Tankers"

Geschichte des Fahrzeuges:

Im August 1955 wurde für den Landkreis Ebersberg durch den Kreistag das erste Tanklöschfahrzeug beschafft. Nach langen Diskussionen wurde das Fahrzeug schließlich in Ebersberg stationiert. Es handelt sich hierbei um ein TLF 15/53 von Magirus Deutz. Aufbau und Pumpe sind ebenfalls vom gleichen Hersteller. Die Übergabe erfolgte im November 1955 in Ulm.

Ursprünglich war das Fahrzeug mit einem 4-Zylinder-Reihenmotor ausgestattet. Dieser wurde aber kurz nach Inbetriebnahme durch das Magiruswerk in Übersee am Chiemsee durch einen 6-Zylinder-V-Motor mit 125 PS ersetzt.
In den 60er Jahren wurde das Fahrzeug immer wieder umgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dazu wurde eine den damaligen Vorschriften ensprechende Beleuchtungsanlage angebaut.

Anfang der 80er Jahre wurde das Fahrzeug neu lackiert und der Wassertank wurde komplett entrostet sowie neu isoliert. Für diese Arbeiten im Inneren des Tankes wurden, bedingt durch die starke Staubentwicklung, Atemschutzgeräte verwendet! Im selben Zeitraum wurde nach einem Getriebeschaden das Getriebe überholt.

Der Landkreis als damaliger Eigentümer wollte das Fahrzeug aufgrund des Getriebeschadens eigentlich verkaufen.
Unser damaliger Kommandant August Paul konnte dies verhindern und die Stadt Ebersberg erwarb das Fahrzeug für den symbolischen Preis von 1,00 DM. 

Nach dieser Überholung wurde das Fahrzeug wieder in den Einsatzdienst gestellt. Gleichzeitig wurde aufgrund des Alters unseres "Tankers" ein TLF 16/25 von der Fa. Magirus Deutz im Jahr 1980 neu beschafft.

Vom 17.5. - 19.5.1996 nahmen wir erstmals an einem Oldtimertreffen in Salem am Bodensee teil.

Von verschiedenen Teilnehmern angesprochen, reifte daraufhin die Idee, unseren "Tanker" originalgetreu zu restaurieren.

Nachfolgend sehen Sie nun die "Restaurierungsgeschichte":

  • Zerlegung des ganzen Fahrgestells mit Ausbau und Überholung des Motors; die Achsen wurden nicht ausgebaut
  • Demontage der gesamten Elektrik - Aktion Seitenschneider
  • Instandsetzung der Bremsanlage und Erneuerung der Radlager sowie Aufhängungsteile
  • Reinigung des Fahrgestelles bei der Fa. Aldi in Ebersberg an zwei Wochenenden mit Dampfstrahler
  • Lackierungsvorbereitungen für das Fahrgestell
  • Motor wird nach Überholung wieder in Fahrgestell eingebaut
  • Fahrgestell wird von Hans Koch neu lackiert
  • Neuer Kabelbaum wird in das Fahrgestell eingezogen
  • Erste Probefahrt mit dem Fahrgestell wird durchgeführt!
  • Überholung der Pumpenschaltung, Lenkung und der Stirnwand sowie anschließender Wiedereinbau

Unser Gutachter Roland Holzhauser unterstützte uns während der gesamten Restaurierung. Als er bei seinem ersten Besuch im Sommer 1998 das zerlegte Fahrzeug sah, sagte er: "Ihr seid ja verrückt, was ihr da macht!"

  • Auslagerung des Fahrgestelles (Arbeitsaufwand ca. 1200 Arbeitsstunden, Materialkosten ca. 3.000,00€)
  • Beginn Instandsetzung Mannschaftsraum
    • Bei Zerlegung des Mannschaftsraums wurde erst klar wie aufwändig die Restaurierungsarbeiten werden
  • Mannschaftsraum wird komplett abgeschliffen und die notwendigen Spenglerarbeiten durchgeführt
  • Grundierung des Mannschaftsraums am städtischen Bauhof, anschließender Rücktransport ins Feuerwehrhaus
  • Instandsetzung der Anbauteile ( Kotflügel, Stoßstange, ...) des Mannschaftsraums
Gesamtarbeitsstunden Ende Dezember 1999: ca. 2500 Stunden
Materialkosten: ca. 6.500,00€
  • Überholung der Feuerlöschkreiselpumpe
  • Instandsetzung von vielen Einzelteilen des Mannschaftraums ( Schalter, Innenausstattung, ...), die sehr viel Zeit beanspruchten
  • Lackierungsvorbereitungen des Mannschaftsraums

Freitag, 20. Februar 2001:

  • Transport des Mannschaftsraums zur Lackiererei Wieser in Grafing

Wochenende 21. und 22. Februar 2001:

  • Lackierung des Mannschaftsraums und anschließender Rücktransport nach Ebersberg
  • Montage des Mannschaftsraums auf das Fahrgestell
  • Innenausbau des Mannschaftsraums
Gesamtarbeitsstunden Ende 2001: ca. 3500 Stunden

Materialkosten: ca. 10.000.00€

Erstmals wird ein genaues Datum für die Fertigstellung der Restaurierung genannt.
Zum Kreisfeuerwehrtag am 27. Juni 2004 soll das Fahzeug fertig sein.

  • Beginn Instandsetzung Aufbau
    • Erstaunlicherweise war die Isolierung (von der Instandsetzung Anfang der 80er Jahre) im Wassertank vollständig in Ordnung!
  • Demontage Seitenteile
  • Sandstrahlen des Aufbaus im Sommer 2002 in Kiesgrube der Fa. Hans Held in Ebersberg
    • Bei ca. 30 Grad im Schatten eine undankbare Arbeit!
  • Grundierung des Aufbaus
  • Lackierung des Aufbaus bei Fa. Wieser in Grafing

Die große Pause!
Nach der Lackierung des Aufbaus war der Arbeitsgeist am Boden, sodass erst im Mai 2003 die Arbeiten wieder aufgenommen wurden.

  • Montage des fertig lackierten Aufbaus auf das Fahrgestell

Erstmals kann man wieder ein Feuerwehrauto erkennen!

  • Instandsetzung aller Türen von Mannschaftsraum und Aufbau
    • Für die Türen des Aufbaus in G1 und G2 mussten neue Rahmen und Blechabdeckungen angefertigt werden. Der Arbeitsaufwand für eine Tür in Handarbeit betrug ca. 30 Stunden!
  • Neuverlegung und Anschluss der Elektrik
  • Neubau der Holzteile für den Innenraum der Mannschaftskabine und den Aufbau

Gesamtstunden Ende 2003: ca. 4800 Stunden
Materialaufwand: ca. 12.500,00€

  • Endmontage am gesamten Fahrzeug
 
Der Endspurt!
Als Fertigstellungstermin wurde der Kreisfeuerwehrtag mit dem Oldtimertreffen am 26. /27. Juni 2004 festgelegt.
Da ja nun auch der Kreisfeuerwehrtag mit organisiert werden musste, war jedem klar, dass der Termin nur mit vereinten Kräften zu erreichen war.
Dabei wurde fast täglich bis Mitternacht am Fahrzeug gearbeitet, an den Wochenenden zum Teil auch die ganze Nacht. 

Nach über sechs Jahren, einem Arbeitsaufwand von ca. 5.500 Stunden und Materialkosten von ca. 16.000,00€ konnten wir unseren nun orginalgetreu restaurierten "Alten Tanker" wieder der Öffentlichkeit präsentieren.

Wir waren stolz, den von uns gesteckten Termin einhalten zu können!

Das erste Oldtimertreffen (noch mit rotem Kennzeichen) besuchten wir am 10. Juli 2004 beim TÜV München.

Am 11. September 2004 wurde unser „Tanker“ erstmals als Hochzeitsauto eingesetzt.

Das Fahrzeug wurde am 6. November 2004 für 1,00€ von der Stadt Ebersberg gekauft und ist nun im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Ebersberg e.V..

Das Gutachten für den TÜV wurde von Roland Holzhauser am 25. Juni 2005 fertiggestellt. Er hat uns über die gesamte Dauer der Restaurierung begleitet.

Der große Tag war dann am Samstag, den 23. Juli 2005 – TÜV!
Ohne Mängel haben wir die heiß ersehnte Plakette erhalten!

Seitdem waren wir mit unserem Fahrzeug auf unzähligen Odtimertreffen und er wurde schon einige Male als Hochzeitsauto benutzt.

An der Restaurierung haben mitgewirkt:

Sigi Betz, Otmar Blatterspiel, Peter Jäckle, Achim Krauß, Stefan Lettl, Günter Matejka, Christian Miedl, Torsten Müller, August Paul, Robert Paul, Günter Proske, Uli Proske, Andreas Reischl, Dieter Reith, Albert Riederer, Josef Rippl, Franz Steidler, Bernhard Wagner, Rudi Wagner sen., Matthias Weigl, Christian Winnerl, Otto Zizelsberger, Karl und Michael Weinzierl

Ein besonderer Dank geht an:

Hans Koch, Lackierer der Fa. Wieser Grafing
Kfz-Gutachter Roland Holzhauser

 

Unterstützt wurden wir von:

Fa. Aldi, Ebersberg
Autohaus Eichhorn, Ebersberg
Fa. Hans Held Tiefbau, Ebersberg,
Lackiererei Wieser, Grafing
Fa. Hasenfratz, Sandstrahlerei, Lorenzenberg
Landtechnik Loidl, Altmannsberg
Bauhof der Stadt Ebersberg
Stadt Ebersberg
Josef Bauer, Kraiß
Franz Rottenfußer, Altmannsberg